La Dottoressa
La Dottoressa - die Ärztin. Habe sie getroffen, 2 Wochen beherbergt, sie hat es mir dann mit einem saublöden Email gedankt - aber Schwamm drüber (nach 3 Tagen mit schwerer Erkältung sehe ich die Dinge entspannter & mit Abstand). Die Fragen, die sie mir stellte und die Anregungen zur Selbstanalyse, die sie mir gab, haben mich zuerst ziemlich schockiert, aber wenn man länger drüber nachdenkt, sind sie eigentlich interessant und tief philosophisch.
Ich solle sie nicht beurteilen (Ihre Ausführungen, was sie mit ihrem Freund vorhat quittierte ich mit "lustigen Schwänken aus meinem Leben" und riet ihr ansonsten: mach, was du für richtig hältst). Ich solle sie also nicht beurteilen... ?! Irgendwie wird mir mit diesem Vorwurf klar, dass ich wohl zu den Leuten gehöre, die eher weniger beurteilen (im Sinne von "verurteilen", was sie wohl meinte), sondern das Leben an sich mit einer fast schon wissenschaftliche Neugierde beobachten. Ja, es stimmt: ich finde es total interessant zu sehen, was die Leute tun, wenn man sie lässt - und wie es da weitergeht. Als Kind hatte ich mal geäußert (mit 12, in Caorle, am Strand, in den Sommerferien): "Ich will das System der Welt kennen lernen!" - und das tut man am besten durch genaue Beobachtung - und gelegentliche Selbstversuche... Natürlich habe ich die Geschichte später mit Freunden diskutiert, ihnen über meine Trauer über diesen Schlag ins Gesicht meiner Gastfreundschaft berichtet - und auch gemerkt: ich urteile echt am wenigsten. Warum also der Vorwurf ausgerechnet an mich? Irgendwas soll mir klar werden...
Was hätte ich eigentlich in meinem Leben erreicht? Frage zwei des Emails. Auch da musste ich erst einmal Schlucken. Ja, was habe ich eigentlich erreicht - im Vergleich zu ihr, Medizinstudium, Doktortitel, Job in einer renommierten Forschungseinrichtung. Und doch: sooo schlecht ist mein Leben nicht gewesen, bisher: ich durfte viele Dinge erlebt, Erfahrungen machen und habe auch ein paar Leuten wirklich weiter geholfen. Klar, wenn man nur Eckdaten à la Diplome & Arbeitsplatz abfragt, schaut es bei mir eher dürftig aus. Andererseits: wenn man tatsächlich nur diese Eckdaten beachtet, dann wird ein Leben so stereotyp. Wie viele Leute mit 1,0-Abitur gibt es? Sicherlich eine ganze Menge. Aber wenn man sich nur darauf bezieht, worin unterschiedet sich dann ein Hähnchen vom anderen? Selbst super-intelligente Doktorinnen in renommierten Forschungseinrichtungen gibt es so einige. Was für ein Bewertungskriterium sollen Diplome & Co. also überhaupt sein? Was aber zählt dann überhaupt?
Was käme wohl heraus, wenn man, um den "Lebenserfolg" zu beurteilen, das eigene Leben selbst zugrunde legt, die eigenen Erfahrungen, den eigenen Lebensweg, die Entscheidungen und zugehörige Lebensmoral, eben all das, was das bisherige Leben prägte? Zumindest würde dann dahinter tatsächlich die Person selbst sichtbar werden.
Wen habe ich eigentlich beherbergt?
Ich solle sie nicht beurteilen (Ihre Ausführungen, was sie mit ihrem Freund vorhat quittierte ich mit "lustigen Schwänken aus meinem Leben" und riet ihr ansonsten: mach, was du für richtig hältst). Ich solle sie also nicht beurteilen... ?! Irgendwie wird mir mit diesem Vorwurf klar, dass ich wohl zu den Leuten gehöre, die eher weniger beurteilen (im Sinne von "verurteilen", was sie wohl meinte), sondern das Leben an sich mit einer fast schon wissenschaftliche Neugierde beobachten. Ja, es stimmt: ich finde es total interessant zu sehen, was die Leute tun, wenn man sie lässt - und wie es da weitergeht. Als Kind hatte ich mal geäußert (mit 12, in Caorle, am Strand, in den Sommerferien): "Ich will das System der Welt kennen lernen!" - und das tut man am besten durch genaue Beobachtung - und gelegentliche Selbstversuche... Natürlich habe ich die Geschichte später mit Freunden diskutiert, ihnen über meine Trauer über diesen Schlag ins Gesicht meiner Gastfreundschaft berichtet - und auch gemerkt: ich urteile echt am wenigsten. Warum also der Vorwurf ausgerechnet an mich? Irgendwas soll mir klar werden...
Was hätte ich eigentlich in meinem Leben erreicht? Frage zwei des Emails. Auch da musste ich erst einmal Schlucken. Ja, was habe ich eigentlich erreicht - im Vergleich zu ihr, Medizinstudium, Doktortitel, Job in einer renommierten Forschungseinrichtung. Und doch: sooo schlecht ist mein Leben nicht gewesen, bisher: ich durfte viele Dinge erlebt, Erfahrungen machen und habe auch ein paar Leuten wirklich weiter geholfen. Klar, wenn man nur Eckdaten à la Diplome & Arbeitsplatz abfragt, schaut es bei mir eher dürftig aus. Andererseits: wenn man tatsächlich nur diese Eckdaten beachtet, dann wird ein Leben so stereotyp. Wie viele Leute mit 1,0-Abitur gibt es? Sicherlich eine ganze Menge. Aber wenn man sich nur darauf bezieht, worin unterschiedet sich dann ein Hähnchen vom anderen? Selbst super-intelligente Doktorinnen in renommierten Forschungseinrichtungen gibt es so einige. Was für ein Bewertungskriterium sollen Diplome & Co. also überhaupt sein? Was aber zählt dann überhaupt?
Was käme wohl heraus, wenn man, um den "Lebenserfolg" zu beurteilen, das eigene Leben selbst zugrunde legt, die eigenen Erfahrungen, den eigenen Lebensweg, die Entscheidungen und zugehörige Lebensmoral, eben all das, was das bisherige Leben prägte? Zumindest würde dann dahinter tatsächlich die Person selbst sichtbar werden.
Wen habe ich eigentlich beherbergt?


0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
Links to this post:
Link erstellen
<< Home