Über: Leithammel (in Kunst und anderswo)
Warum streben die Menschen eigentlich so sehr nach Führungsrollen? Als ob das ganze Leben nichts anderes wäre, als ein einziger Wettlauf der Spermien zum Ei.
Führungsrollen - sollen wir sie uns erkämpfen, oder warten, bis sie uns auf natürliche Weise zufallen? Mein diesjähriger Besuch im Nationalpark Bayerischer Wald fällt mir ein: ein Urwald voll riesiger, alter Bäume, zu denen Fuß und in deren Schatten kleinere vor sich hin vegetieren. Eines Tages stirbt der grüne Riese und dann erhalten sie selbst ihre Chance, endlich zu einem Baumriesen zu werden. Bis dahin waren sie im Schatten des Alten gestanden, er hatte ihnen Nährstoffe und Licht weggenommen, aber sie konnten auch mit seinem Schutz (vor Wind, vor Blitzschlag etc.) rechnen und langsam wachsen und Kraft sammeln.
Vielleicht ist die Führungsposition an sich auch nicht erstrebenswerter, als der Platz im Fußvolk? Man ist schließlich vielen Gefahren ausgesetzt - und trägt eine große Verantwortung. Unsere Kultur hat jedenfalls ganz klar ein Problem mit dem Alter - sie hypt die Jugend und fördert eine Kultur der Vatermörder.
Wie ich auf den Gedanken kam? Wieder mal Kunstmarkt. Diesen Anspruch, dass man schon als junger Künstler "groß" sein müsse. Ist es nicht auch OK, fußvolkmäßig über lange Jahre Erfahrungen sammeln, um im Alter dann groß zu sein - weil man das Leben erfahren hat und tatsächlich etwas zu sagen hat? Es wäre jedenfalls ein sinnvolles - und zugleich entspanntes Leben.
Führungsrollen - sollen wir sie uns erkämpfen, oder warten, bis sie uns auf natürliche Weise zufallen? Mein diesjähriger Besuch im Nationalpark Bayerischer Wald fällt mir ein: ein Urwald voll riesiger, alter Bäume, zu denen Fuß und in deren Schatten kleinere vor sich hin vegetieren. Eines Tages stirbt der grüne Riese und dann erhalten sie selbst ihre Chance, endlich zu einem Baumriesen zu werden. Bis dahin waren sie im Schatten des Alten gestanden, er hatte ihnen Nährstoffe und Licht weggenommen, aber sie konnten auch mit seinem Schutz (vor Wind, vor Blitzschlag etc.) rechnen und langsam wachsen und Kraft sammeln.
Vielleicht ist die Führungsposition an sich auch nicht erstrebenswerter, als der Platz im Fußvolk? Man ist schließlich vielen Gefahren ausgesetzt - und trägt eine große Verantwortung. Unsere Kultur hat jedenfalls ganz klar ein Problem mit dem Alter - sie hypt die Jugend und fördert eine Kultur der Vatermörder.
Wie ich auf den Gedanken kam? Wieder mal Kunstmarkt. Diesen Anspruch, dass man schon als junger Künstler "groß" sein müsse. Ist es nicht auch OK, fußvolkmäßig über lange Jahre Erfahrungen sammeln, um im Alter dann groß zu sein - weil man das Leben erfahren hat und tatsächlich etwas zu sagen hat? Es wäre jedenfalls ein sinnvolles - und zugleich entspanntes Leben.


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