28 April 2009

Beyond Chrysalis

Beyond... what? Jenseits der Schmetterlingspuppe, doch was liegt jenseits dieser Chrysalis? Und was war, solange sie einen umfängt?

Vielleicht war es das Gefühl, dass das richtige Leben erst noch kommt, einer Jugend in Traumwelten also. Und irgendwann im Laufe des Erwachsenwerdens spült einen das Leben an den Strand, ins hier und jetzt.

Es ist wie der Schädel des Kindes, der erst im Lauf der Jahre verknöchert. Wobei: Verknöchern macht auch Angst. Als ob die Türe zu den Traumwelten plötzlich zufällt und - die Kehrseite der Konkretisierung - man in einer Realität gefangen ist.

Aber: welcher Realität? Der Realität selbst - oder meine Geschichte über Realität? Beyond Chrysalis heißt idealerweise: jenseits von Illusionen und in der unmittelbaren Realität zu leben.
Und es heißt schlimmstenfalls aller Illusionen beraubt zu sein, gefangen in einer fragmentierten und fremd bestimmten kulturellen Realität.

Klingt sehr theoretisch. Deswegen ein Beispiel. L wie Liebe.
Am Anfang, als Kind und Teenager, ist man voller Illusionen über Sex und Liebe. Irgendwann durchschreitet man das Tor der Pubertät und wird zum Mitwirkenden - man hat die Realität gekostet, ist Beyond Chrysalis. Und idealerweise beginnt man nun, in dieser Realität seinen eigenen Weg zu suchen: wie ist das für mich, was wünscht ich mir, was ist realistisch, welche Reaktionen erhalte ich auf welche Haltungen und Handlungen meinerseits? Oder, fatalerweise, stellt man irgendwann fest: keiner meiner Träume hat sich erfüllt. Ich verhalte mich wie die sprichwörtliche Prinzessin auf der Erbse - aber wo bleibt mein Märchenprinz auf dem weißen Ross?

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