50 Prozent des Kunstmarkts vom Schwarzgeld umgetrieben?
"Der Kunstmarkt eignet sich ideal für Geldwäsche, weil er zersplittert ist in ein schwer durchschaubares Geflecht aus Galerien, Händlern und Auktionen. Das schafft eine Preisbildung, die intransparenter kaum sein könnte. Barzahlung nicht ausgeschlossen..."
...schreibt Stefan Heidenreich heute in der TAZ. Er bezieht sich darin u. a. auf das Buch Hype: Kunst und Geld
Ansonsten scheint mir die Praxis, Schwarzgeld mit Hilfes des Kunstmarktes zu waschen, sehr plausibel. Wertsteigerungen bei Kunstobjekten sind äußerst nebulös und Spekulationsgewinne aus deren Handel sind meines Wissens nach für Privatleute nach 1 Jahr absolut steuerfrei.
Wenn jemand also heute offiziell und mit Rechnung für 50.000 Euro ein Kunstwerk kaufen würde (und dem Verkäufer inoffiziell nochmal 50.000 Euro in einer Plastiktüte zuschöbe, denn das Werk ist eigentlich 100.000 Euro wert), und dasselbe Kunstwerk nach 13 Monaten für 100.000 Euro an einen Freund weiterveräußern würde, dann hätte er zwar nur auf dem Papier 50.000 Euro Gewinn gemacht, de facto aber die schwarze Zuzahlung beim Ersterwerb als "Gewinn aus Wertsteigerung" reingewaschen und legalisiert.
Und das ist sicher nur eine von sehr vielen Möglichkeiten, den Kunstmarkt zur Geldwäsche zu nutzen.
Ich glaube, wenn wir Wald-und-Wiesen-Künstler darauf hoffen, aufgrund unserer substanvollen künstlerischen Arbeit einmal entdeckt zu werden und wirklich mitmischen zu dürfen, dann ist das ziemlich naiv. Ich glaube mittlerweile, im Kunstmarkt geht es einzig und allein um Geld. Und Kunst ist nur das schmückendes Beiwerk.


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