12 Juni 2009

Homo altruisticus II: now growing my own food in Chiemgau?

Zufälligerweise - aber was sind schon Zufälle - hatte ich vor einigen Wochen auf einem Stammtisch in München erfahren, dass ein Biobauer im Chiemgau (nicht nur) Städtern die Möglichkeit anbietet, auf seinen Ackerflächen den Anbau von Lebensmittel zu erlernen.

Also fuhr ich gestern zum Ortstermin auf den Hof des Biobauern Hubert Jaksch in Riedering-Wurmsdorf. Der Mann hat eine Mission, der er mit bewundernswerter Konsequenz folgt - viel von dem, was wir hörten, ist auch in einem sehr umfänglichen Video http://tinyurl.com/m9dnmp online verfügbar.

Ich finde die Informationen, die Jaksch dort über die Bedeutung von samenfesten und hybridem (bzw. gentechnisch verändertem) Saatgut gibt, sehr bedenklich - ich hatte Sachlage und Konsequenzen bisher nicht wirklich verstanden. Auch seine Erzählungen, wie schwierig es ist, Kooperationspartner (z. B. Gärtnereien) für die Anzucht von samenfesten Pflanzen zu gewinnen, sind erschütternd und zeigen, wie weit der Feldzug (!!) des "King of Seeds" (!!) - Monsanto - bereits gediehen ist.

Im Grunde geht es nämlich um weit mehr, als nur darum, seine eigenen Karotten vom Feld zu holen. Letztendlich bedeutet, sein eigenes Gemüse anzubauen, Paradigmen zu wechseln. Erst wenn unser Nahrung keine Ware mehr ist, die  eine Agrarwirtschaft erzeugt um sie als gewinnoptimiertes Produkt in den Wirtschaftskreislauf einzuspeisen, wird sie wieder uns, den Menschen dienen - und nicht den Gewinnerwartungen von Wirtschaftsunternehmen.

Ein Beispiel: mein Arzt riet mir schon vor Monaten, Weizen nach Möglichkeit zu vermeiden, denn sei so degeneriert, dass er die Gesundheit schädigt. Tatsächlich wurden Weizensorten über viele Jahre konsequent auf höhere Erträge gezüchtet, aber - und da zeigt sich die Absurdität des Systems - auch auf Mehlqualitäten, die es erlauben, Teiglinge herzustellen. Das Ziel einer optimierten Mehlqualität wurde erreicht, die Tatsache, dass dieses Mehl uns Menschen allergieanfälliger macht, ist sekundär, ein ursächlicher Zusammenhang ist schwer nachweisbar. Und von kränkeren Menschen leben ganze Wirtschaftszweige ebenfalls ganz gut, eventuell explodierende Krankenkassenkosten tragen wiederum die Bürger.

Es ist müßig einen Schuldigen auszumachen, denn alle Beteiligten handeln korrekt, solange die Systemmaxime verlangt, die Gewinne zu maximieren. Und genau in diesem Paradigma leben wir.

Beispiel 2: Ich hörte von J., dass eine ihrer sehr alten Nachbarinnen in der Münchener Georgenstr.  erzählt hatte, wie kurz nach dem Krieg jeder vor dem Haus in dem er wohnte, eine kleine Parzelle zum Anbau von Gemüse hatte. "Wo denn?", fragte ich - ich konnte mir wirklich nicht vorstellen, wo in der Georgenstraße dafür Raum sein sollte - "Na, dort wo heute die Autos parken!" - antwortete sie.

Klar. Das macht Sinn. Und der Raum existiert weiter, bloß eben heute in anderer Form. Aus dem Stückchen Erde, das dem Einzelnen zur Selbstversorgung diente, sind heute Parkplätze für die Krönung unseres Konsumwahns geworden: das eigene Auto.

Der Mensch und seine Nahrung. Es gibt Theorien, dass gesunde (samenfeste!) Pflanzen uns dienen, und bei individuellem Anbau möglicherweise Stoffe ausbilden, die dem jeweiligen Gärtner gesundheitlich nützen. So nach dem Motto: du hilfst mir (und hegst mich), dann helfe ich auch dir und erhalte dich gesund.

Das mag für manche recht esoterisch klingen. Komischerweise - zufälligerweise - weiß ich seit einigen Tagen nun endlich, wie es nach Beyond Chrysalis weitergehen wird: The Responsive Universe - das antwortende Universum.

Das ist keine neue Idee. Und schon längst nicht von mir. Das ist ein Zusammenhang, der Wissenschaftler -  Quantenphyiker - heute bewegt: die Beobachtung, dass der Betrachter den Ausgang des Experiments beeinflusst.

1 Comments:

  • Hallo Karin, das mit den gehegten Pflanzen die dem Gärtner positive Stoffe zurück geben, erscheint mir nicht sosehr esoterisch seit ich in einem Bericht auf arte über die Pflanzenwelt einer südafrikanischen Wüstengegend erfuhr, dass sich die Pflanzen und Insekten aufeineader einstellen um größtmöglichen Nutzen voneinander zu haben. Wenn die Mechanismen der Biologie so funktionieren, kann es eigentlich garnicht anders sein, dass wir auch Nutzen haben, wenn wir uns nützlich machen im Sinne z. B. von Pflanzenhegen. Das mit dem Nutzgarten vor der Haustür nach dem Krieg hier in der Georgenstrasse erinnert mich an die Gartenprojekte in N.Y oder anderen amerikanischen Großstädten... bak to the roots? Im wahrsten Sinne des Wortes ;o) LG, Danièle

    By Blogger Danièle, at 13.06.09 22:42  

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