Wutbilder
Ich hatte gerade Gelegenheit, eine wirklich erstaunliche Erfahrung zu machen: wie seelisch Unerlöstes meinen Körper krank macht und ich dabei regelrecht zusehen kann.
Vor ca. vier Wochen hatte ich zwei Erlebnisse, über die ich mich jeweils sehr ärgerte: einmal eine Zahnärztin, die mich als "krank" (und somit behandlungsbedürftig) klassifizierte, obwohl ich keine Beschwerden hatte. Ich ging ursprünglich nur für eine Zahnreinigung in ihre Praxis, sollte dann aber gleich zwei Termine für Eingriffe vereinbaren und dann regelmäßig alle drei Monate zur "Kontrolle" in ihre Praxis kommen. Das ärgerte mich maßlos, denn ich fühlte mich wirklich gesund und empfand es als reine Geldschneiderei - die zwar nicht direkt mein eigenes Portemonnaie belastete, wohl aber das der Krankenversicherung, deren Mitglied und Beitragszahlerin ich bin. Was aber noch schwerer wog als die Kosten, die die unnötige Behandlung verursachte, waren die Schmerzen, die ich bei der abrechnungsfähigen Behandlung erdulden sollte.
Das andere Erlebnis bescherte mich meine Krankenzusatzversicherung für Heilpraktikerbehandlung, die, weil ich Leistungen in Anspruch genommen hatte, nun annahm - und dass stand relativ unverblümt so in ihrem Brief - dass ich bei der Aufnahmeantragstellung gemogelt und chronische Vorerkrankungen verschwiegen hätte.
Beides ärgerte mich wirklich sehr, aber ich hatte zugleich kein Ventil um meinem Ärger Ausdruck zu verleihen. Sollte ich die Diagnose der Ärztin offen anzweifeln - sie hatte Medizin studiert, ich nicht. Und die Versicherung... die wollte mir einen Strick drehen, um die Versicherungsleistungen, für die ich schließlich bezahlte, nicht erbringen zu müssen. Aber sollte ich das dem Sachbearbeiter so schreiben?
Ich ärgerte mich also still vor mich hin. Bis ich ein komisches Gefühl im Unterkiefer bekam. Und Himmelangst, dass mir tatsächlich ein Zahn kaputtginge. Aber die Schmerzen dehnten sich weiter aus, bis mir schließlich der halbe Mund weh tat und ich vor drei Tagen schließlich meine Heilpraktikerin konsultierte... sie macht Akkupunktur, aber ich kann auch über psychosomatische Zusammenhänge mit ihr reden.
Wir kamen zu dem Schluss, dass es der Ärger war, der alles verursachte und wir arbeiten in ihrer Praxis damit. Anschließend fuhr ich in mein Atelier und malte zwei... Wutbilder... Ich wütete tatsächlich: gegen diese Zahnärztin, gegen den Sachbearbeiter, ruinierte dabei mehrere Pinsel, löcherte die Leinwand vor lauter Wut... und musste zwischendrin mehrmals lauthals lachen ob der Komik der Situation. Seit den Wutbildern (die übrigens sogar ganz OK aussehen) geht es mir besser. Die Zahnschmerzen sind völlig weg, der Rest befindet sich definitv auf dem Wege der Besserung.
Gestern kam unser Nachbar, ein Hautarzt, kurz zum Abendessen vorbei. Wir redeten über Psyche und Krankheit. Er meint, es ist zum Verzweifeln, er habe regelmäßig Patienten, bei denen er sicher ist, der Grund ihrer Beschwerden liegt in deren seelischen Verfassung. Aber von einem Gespräch mit einem Psychosomatiker, Psychotherapeuten o. ä. wollen sie meist nichts wissen und ziehen Tabletten, Spritzen und weitere Untersuchungen vor.
Vor ca. vier Wochen hatte ich zwei Erlebnisse, über die ich mich jeweils sehr ärgerte: einmal eine Zahnärztin, die mich als "krank" (und somit behandlungsbedürftig) klassifizierte, obwohl ich keine Beschwerden hatte. Ich ging ursprünglich nur für eine Zahnreinigung in ihre Praxis, sollte dann aber gleich zwei Termine für Eingriffe vereinbaren und dann regelmäßig alle drei Monate zur "Kontrolle" in ihre Praxis kommen. Das ärgerte mich maßlos, denn ich fühlte mich wirklich gesund und empfand es als reine Geldschneiderei - die zwar nicht direkt mein eigenes Portemonnaie belastete, wohl aber das der Krankenversicherung, deren Mitglied und Beitragszahlerin ich bin. Was aber noch schwerer wog als die Kosten, die die unnötige Behandlung verursachte, waren die Schmerzen, die ich bei der abrechnungsfähigen Behandlung erdulden sollte.
Das andere Erlebnis bescherte mich meine Krankenzusatzversicherung für Heilpraktikerbehandlung, die, weil ich Leistungen in Anspruch genommen hatte, nun annahm - und dass stand relativ unverblümt so in ihrem Brief - dass ich bei der Aufnahmeantragstellung gemogelt und chronische Vorerkrankungen verschwiegen hätte.
Beides ärgerte mich wirklich sehr, aber ich hatte zugleich kein Ventil um meinem Ärger Ausdruck zu verleihen. Sollte ich die Diagnose der Ärztin offen anzweifeln - sie hatte Medizin studiert, ich nicht. Und die Versicherung... die wollte mir einen Strick drehen, um die Versicherungsleistungen, für die ich schließlich bezahlte, nicht erbringen zu müssen. Aber sollte ich das dem Sachbearbeiter so schreiben?
Ich ärgerte mich also still vor mich hin. Bis ich ein komisches Gefühl im Unterkiefer bekam. Und Himmelangst, dass mir tatsächlich ein Zahn kaputtginge. Aber die Schmerzen dehnten sich weiter aus, bis mir schließlich der halbe Mund weh tat und ich vor drei Tagen schließlich meine Heilpraktikerin konsultierte... sie macht Akkupunktur, aber ich kann auch über psychosomatische Zusammenhänge mit ihr reden.
Wir kamen zu dem Schluss, dass es der Ärger war, der alles verursachte und wir arbeiten in ihrer Praxis damit. Anschließend fuhr ich in mein Atelier und malte zwei... Wutbilder... Ich wütete tatsächlich: gegen diese Zahnärztin, gegen den Sachbearbeiter, ruinierte dabei mehrere Pinsel, löcherte die Leinwand vor lauter Wut... und musste zwischendrin mehrmals lauthals lachen ob der Komik der Situation. Seit den Wutbildern (die übrigens sogar ganz OK aussehen) geht es mir besser. Die Zahnschmerzen sind völlig weg, der Rest befindet sich definitv auf dem Wege der Besserung.
Gestern kam unser Nachbar, ein Hautarzt, kurz zum Abendessen vorbei. Wir redeten über Psyche und Krankheit. Er meint, es ist zum Verzweifeln, er habe regelmäßig Patienten, bei denen er sicher ist, der Grund ihrer Beschwerden liegt in deren seelischen Verfassung. Aber von einem Gespräch mit einem Psychosomatiker, Psychotherapeuten o. ä. wollen sie meist nichts wissen und ziehen Tabletten, Spritzen und weitere Untersuchungen vor.


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