Cinque Leoni
Fünf Löwen, die mir irgendwann einmal über den
Weg gelaufen sind. In jeder Begegnung begegne ich einem Aspekt
meiner selbst. Aber nur, wenn ich offen, bin. Was wir sehen
und erfahren können, ist unsere gemeinsame Schnittmenge.
Zum Arbeitsprozess
Ich fertige keine Skizzen an, sondern versuche ein emotionales
Bild / Muster möglichst klar zu fassen: ggf. in Texten,
die mir als Gedankenstütze oder zur Fokussierung dienen.
Diesem emotionalen Bild gebe ich dann Gestalt.
Näheres hierzu im aktuellen Text "Über
meinen künstlerischen Arbeitsprozess".
Leone Nr. 1_Flight of the Dandelions
Abstandhalten aus Angst vor... Nähe. Angst vor Nähe,
weil man fürchtet, darin unterzugehen, aufgefressen zu werden.
So viel Angst vor Nähe, dass die Sehnsucht nach Nähe
vorkommen aus dem Blick gerät.
Ein Einsamer Flug.
Ein guter Mensch. Aber: man lässt sich treiben. Von der
Angst. Man steuert nicht selbst.
Löwenzahnflug
Flight of the Dandelions
Eigentlich eine meiner Lieblingsblumen. Gut für die Leber.
Irgendwann einmal: fruchtbarer Boden/fertile grounds.
Leone Nr. 2_The Red Lotus
Tantra. Sexualität als ein Mittel um zu höherem Bewusstsein
zu gelangen. Ein einfacher Mensch ("die Wurzel im Schlamm")
erreicht große Klarheit ("the Lotus").
Der Lotus bedeutet: ich gehe weg. Ich verlasse dieses Bewusstseinsfeld
und steige auf ein andres, wo es um ganz andere Themen geht.
Tantra bedeutet bedingungsloses Annehmen. Auf dem Foto sieht
B. aus wie eine Raumfahrerin.
Was bedeutet "auf eine höhere Bewusstseinsebene kommen"?
Es bedeutet auf alle Fälle: eine alte Bewusstseinsebene
zurücklassen.
Leone Nr. 3_In the Rose Garden
Zwei Menschen sitzen in einem Rosengarten und halten sich an
den Händen. Sie "tun" nichts, d. h. da ist keine
wilde Begegnung, nichts lautes, schreiendes oder so. Die Stimmung
ist sehr, sehr ruhig, leicht und zugleich: intensiv. Mentale
Kommunikation, unhörbare, unsichtbare, konzentrierte.
Eine extrem intensive mentale Kommunikation, die alles wie von
innen leuchten lässt: die Farben werden intensiver, der
Duft der Rosen wird intensiver, es ist wie im Zentrum eines Wirbelsturms:
ganz, ganz ruhig. Und dieses Auges des Sturms gleitet über
die Welt.
Es geht um: intensiver Kommunikation auf einer höheren,
unsichtbaren Ebene.
Eine Befreiung. Ich sitze in meinem Rosengarten. Händchenhaltend.
Paradiesisch. Back united with all.
Der, der Feind war, ist jetzt
Freund.
Leone Nr. 4_Margaritas
Margaritas, Margaritas, y más Margaritas.
Klandestine Margariten. Immer ein latent schlechtes Gewissen.
Glück, aber auch das Gefühl, von etwas Verbotenem kosten
zu wollen. Das Wissen, dass es nicht zum äußersten
kommen wird. Ein gestohlene Stunde. Ein großes Glück.
Margaritas, and tipsiness.
Befangenheit. Gefangene eines Systems. Wird man das System zerstören?
Würde der eine wollen, dass der andere das System zerstört
und frei wird?
Nein. Im Grunde wollen es beide genau so. Beide gefangen in
einem System, in einer latenten, permanenten Unglücklichkeit.
Das System zu zerstören würde bodenloses Fallen bedeuten
Margaritas. Ein Flirt mit allen Möglichkeiten, und zugleich
das Wissen, dass man sie alle ungenutzt lassen wird.
Las Margaritas. Margaritas, mit den Blättern, die man zählen
kann, die die Entscheidung finden können, der man dann folgt
- schweigt - flüchtet.
Margaritas, Margaritas, y más Margaritas. Mehr und mehr
Margariten. Und immer wieder neue Entscheidungen.
Und doch bleibt alles: gleich.
Leone Nr. 5_In the Dark Fields
Ich habe dieses Bild gemalt, ohne viel nachzudenken. Ich kenne
den Menschen fast nicht. Die Farben sind umgedreht, wie ein Negativbild
von etwas. Ich schaue in ein mir vollkommen fremdes Land. Ich
schaue da mit Neugierde hin, mit Staunen und Faszination. Würde
mir die Türe geöffnet, würde ich eintreten. Aber
sie wird mir nie geöffnet. Ich bleibe draußen, und
das ist wohl gut.
In the Dark Fields ist über ein Leben, das zuende geht.
Ich bin jung, meines hat gerade erste begonnen.
Wir nehmen uns aus der Ferne wahr.
Weiterführende Links:
Über meinen künstlerischen
Arbeitsprozess (2005)
Ich erarbeite mir meine Bilder oft ähnlich einem Schauspieler, der sich
auf seine Rolle vorbereitet: anhand eigener Erfahrungen erzeuge ich in mir
eine Gefühlslage, die malerische Arbeit selbst vollzieht sich prozesshaft,
getragen von kurzen Texten, einer Art emotionaler Gedankenstütze.
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