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MARE NERO_Encuentro
155 x 240 cm (61" x 94")
Acrylic/Canvas, 2005 |
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MARE NERO_Standing in Silence
155 x 240 cm (61" x 94")
Acrylic/Canvas, 2005 |
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MARE NERO_MioMio
155 x 240 cm (61" x 94")
Acrylic/Canvas, 2005 |
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MARE NERO_Oh my Pyrrhus
155 x 240 cm (61" x 94")
Acrylic/Canvas, 2005 |
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MARE NERO_The Burning Fields
155 x 240 cm (61" x 94")
Acrylic/Canvas, 2006 |
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Mare Nero
Ein Seemann, vom Meer verschluckt.
du: zurückgeblieben, wartend.
Ich: vom Meer verschlungen, spielend.
Und jetzt: spürst du...
Encuentro
"Ich glaube, ich bin einmal weggegangen von dir, vor ganz,
ganz langer Zeit. Aus einem lapidaren Grund. Ohne weiter darüber
nachzudenken. Und ich bin genauso gedankenlos wiedergekehrt.
Mein Körper hat sich zuerst erinnert, und irgendwo in mir,
tief innen, spüre ich dieses Sehnen, nein viel mehr: diese
enge Verbindung, wie ich sie mit noch nie jemandem gespürt
habe. Es ist da, ich nehme es wahr.
Ich habe nicht gelitten in der Zeit meiner Abwesenheit, sondern
gelebt, erlebt und nichts vermisst. Ich bin gegangen, ohne mich
ein einziges Mal umzuschauen, ohne zurückzublicken."
Standing in Silence
[Zwei Menschen stehen sich gegenüber und keiner spricht.
Ihr Gefühl füreinander ist gut, aber sie sprechen nicht
miteinander.
Wie im Meer, und die Wellen umspülen ihre Füße.
In ihnen wächst etwas. Sie sind also aufeinander konzentriert,
aber sie beobachten einander nicht. Sie blicken: einer auf den
anderen, wahrnehmend, aber nicht: forschend.]
MioMio
Meine Heimkehr in der Gewissheit, dass das mein Haus ist. Dieses
absolut sichere Gefühl.
Aber dann, konfrontiert mit der Realität, verwundert: andere
Männer haben sich eingenistet.
Und du? Du sagst nichts. Du triffst keine Entscheidung.
"Wach auf, Geliebte!"
Dann schlage ich los. Aus dem Nichts. Eine einzige Bewegung:
der erste Dolchstoß. Blut fließt. Ich stehe, das
Schwert gezückt, mitten im Raum. Hocherhobenen Hauptes und
sage es laut: "MioMio!"
Ich bin zurück. Und erhebe den Anspruch auf das, was meins
ist.
Ich habe keine Wahl.
Nur die Möglichkeit des Sieges.
Oh My Pyrrhus
Ich habe nicht gewusst, dass du einen Krieg führst. Und
ich habe nicht geahnt, dass du bereit bist, alles zu opfern,
nur um ihn zu gewinnen. Sogar mich.
Und du hast es getan.
Oh My Pyrrhus(i)! Und du hast deinen Krieg gewonnen.
The Burning Fields
[I know that this will never be mine.]
Sie setzen die Kornfelder in Brand(iii), als ich dein Haus verlasse.
Ich weiß jetzt, dass dies ist nicht länger mein Haus
ist, und wenn es irgend jemandem gehört, dann ist es jetzt
dein Haus. Ich verstehe nun, dass Verschwinden schlimmer ist
als Sterben. Schlimmer für die, die verlassen werden. Wenn
ich tot gewesen wäre, hättest du mich betrauern können.
Aber das Warten auf ein verschwundene Liebe zerfrisst das Leben
dessen, der zurückgelassen wurde.
Insofern hast du vielleicht das Richtige getan: mein Haus verbrannt,
all meinen Besitz verbrannt, alle meine Erinnerungen verbrannt.
Damit es nichts gibt, zu dem man zurückkehren kann.
Nur weiterziehen.
Schlussbemerkung
Penelope hat zwanzig Jahre auf Odysseus gewartet. Bild Nr. 3
(MioMio) beschreibt die Szene, wie er sein Haus von den Verehrern
befreit.
Aber macht es Sinn, zwanzig Jahre zu warten? So viel Schmerz,
so viel Sehnsucht? Ja, Penelope ist eine starke Frau, aber trotzdem:
macht es Sinn? Sollen wir uns tatsächlich Penelope als Rollenvorbild
nehmen? Jene Königin, die zwanzig Jahre ihres Lebens ver-wartet
hat?
Letztendlich ist Warten auch ein krampfhaftes Festhalten an
einem Status Quo. Und bedeutet so gesehen sogar in gewisser Weise
den eigenen Tod, denn der Fluss des Lebens ist gehemmt. So ist
das dann: unser Leben gegen das des Verschwundenen...
Vielleicht sollte ich, anders als Penelope, meinen verschwundenen
Geliebten in meinem Herzen zu Grabe tragen, um wenigstens mit
meinem eigenen Leben davonzukommen. Der Seemann, der nach 100
Jahren zurückkehrt, macht eine bittere Erfahrung, aber vielleicht
sollte man, wenn man 100 Jahre verschwunden war, einfach nicht
mehr zurückkehren?
Se uno se abia desaparacido por 100 años, ya no vale
la pena volver.
(i) Zum Verständnis: Obwohl Pyrrhus ein Männername
ist, bezieht sich diese Anrufung auf die Frau, die Geliebte.
Leider gibt es meines Wissens nach keine weibliche Mythen- oder
historische Gestalt, die das Prinzip des Phyrros-Sieges(ii) verkörpert.
(ii) Pyrrhussieg - bezeichnet einen Erfolg, der mit solch
hohem Einsatz, mit so vielen Opfern verbunden ist, dass er im
Grunde eher einem Fehlschlag gleicht. Der Name geht au den König
Pyrrhus von Epirus, dem antiken Griechenland, zurück, der
280/279 v. Chr. über die Römer zwei derart verlustreiche
Siege erkämpfte, dass er ausgerufen haben soll:"Wenn
wir noch eine Schlacht gewinnen, sind wir ganz verloren!"
(iii) "They're setting fire to the cornfields" ist eine Zeile aus
dem Song "Never Be Mine" von Kate Bush, aus dem Album "The Sensual
World"
Weiterführende Links:
Über
meinen künstlerischen Arbeitsprozess (2005)
Ich erarbeite mir meine Bilder oft ähnlich einem Schauspieler, der sich
auf seine Rolle vorbereitet: anhand eigener Erfahrungen erzeuge ich in mir eine
Gefühlslage, die malerische Arbeit selbst vollzieht sich prozesshaft, getragen
von kurzen Texten, einer Art emotionaler Gedankenstütze.
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