 |
Elena Ilina: Hommage an Friedrich Hölderlin
|
| |
 |
Wolfgang Z. Keller: Hommage an Joseph Beuys
|
|
|
Hommage
Kurzbeschreibung - Teilnehmer - Besucher -
Theorie I - Theorie
II
Wird nach den Quellen der Inspiration in der Kunst gefragt, erhält
man ebenso viele Antworten wie es Künstler gibt. Das Leben
in seiner Vielfalt liefert den Stoff.
Die Inspiration, die ein Künstler empfangen hat, gibt er in
einem guten Kunstwerk als Geschenk dauerhaft an den Betrachter
weiter. Der Brecht´sche Gedanke, alle Kunst führe letztlich
zur endgültigen der Lebenskunst (ars vitae) drängt sich
auf.
Dass es zum Rezipienten spricht, verdankt das Kunstwerk dem gemeinsamen
Erfahrungshorizont, den alle Menschen teilen, weil er fest im
Alltag verankert ist. In der Dialektik zwischen dargestellter
Welt und
subjektiver Interpretation des Stoffes durch den Künstlers
entfaltet sich das Werk. Welterkenntnis und künstlerisches
Bekennen durchdringen sich darin unzertrennlich, das Kunstwerk
als weltliches Artefakt und mentales Konstrukt zugleich wird dadurch
lebendig. Der Künstler hat seinem Werk Leben eingehaucht (inspirare).
Für diese Einsicht spricht auch der Gedanke Goethes, nicht
eigentlich der Künstler sei Schöpfer der Kunst, sondern
letztlich die ganze Menschheit, für die er spräche, weil
sie ihn inspiriere.
Eine Hommage eines Künstlers an einem anderen wird so zu einer
Hommage an den Menschen schlechthin, trotz aller darin enthaltenen
Subjektivität.
Stefan Schmid, München |