Wabi Sabi - ein japanisches Konzept der Ästhetik
Wabi Sabi, ein sehr eng mit Japan und dem Zen Buddhismus verbundenes
Konzept der Ästhetik, ist eine eine Art und Weise, Dinge
wahrzunehmen.
"Die kulturelle Quelle ebendieses Gesetzes
Japans von zyklischer Entwicklung und Verfall findet in jener
kulturellen Grundstimmung Englands seine Entsprechung, wo in
Zeiten der Mühsal Entschlossenheit, Hartnäckigkeit
und Stolz den Glauben an Besserung einfordern". (1)
Wabi Sabi ist ein ästhetisches Konzept, das sehr eng mit
Japan und dem Zen Buddhismus verbunden ist. Dabei ist es jedoch
keine "Kunstrichtung", sondern vielmehr eine Art und
Weise, Dinge wahrzunehmen: die hochentwickelte Kultur des Unperfekten,
Unbeständigen und Unvollständigen, die sich in einer
großen Freiheit an Formen, sublimen Farben und in formaler
Einfachheit ausdrückt. Dinge, die Wabi Sabi Qualität
besitzen, sind unprätentiös und unanmaßend, dennoch
haben sie Präsenz und stille Autorität und beschreiben
so die Vergänglichkeit des Seins, eine existentielle Einsamkeit
und wehmütige Traurigkeit, kurz: die Essenz des Zen.
Wabi Sabi lädt den Betrachter dazu ein, die kleinen Dinge
des alltäglichen Lebens neu zu entdecken und so die Schönheit
des Unauffälligen und leicht zu Übersehenden in der
Natur wahrzunehmen. Gegenwartsorientiert und vertraut mit Uneindeutigkeit
und Widersprüchlichkeiten, nimmt unperfekte Simplizität
eine neue Bedeutung an und wird zur Grundlage eines Schönheitsideals
von organischer Formen und persönlichen, individuellen Lösungen.
Historisches:
Im sechzehnten Jahrhundert führte der japanische Tee Meister
und Zen Mönch Sen no Rikyu den Begriff Wabi Sabi ein. Die
folgende kleine Anekdote ist von ihm bekannt:
"Sen no Rikyu wollte den Weg des Tees lernen und so suchte
er den Tee Meister Takeno Joo auf. Joo befahl Rikyu, den Garten
zu säubern und Rikyu machte sich sofort eifrig an die Arbeit.
Er rechte den Garten, bis der Boden in perfekter Ordnung war.
Als er fertig war, betrachtete er seine Arbeit. Dann schüttelte
er den Kirschbaum, sodass ein paar Blüten wie zufällig
zu Boden fielen. Der Tee Meister Joo nahm Rikyu in seine Schule
auf."
Persönliches:
An diesem Punkt drängt sich unweigerlich die Frage auf,
wie ich die Wabi-Sabi Prinzipien in meiner Arbeit anwende.
In gewisser Hinsicht bildet die Ästhetik des Wabi-Sabi
meine Wurzeln. Ich persönlich komme von Buddhismus, und
Wabi-Sabi ist eine dem Buddhismus zugehörige Kunsttheorie.
Als ich in New York (1993 - 1995) studierte waren viele der damals
ausgeführten Arbeiten sehr Wabi-Sabi. Jetzt, Jahre später,
bin ich zu meiner wahren inneren Stimme zurückgekehrt: voller
Farbe, dynamisch, energisch.
Um ganz zu sein muß beide Seiten kennen. Der Furchtlose
kann nie mutig sein, weil Mut ja das Mittel ist, um die Angst
zu überwinden (also kann der, der keine Angst kennt, auch
nie wahrlich mutig sein). So wird meine Erfahrung mit der Subtilität
von Wabi-Sabi zur Wurzel für meine energischen Gemälde,
denn ich kenne jetzt beide Seiten.
Links:
http://www.tjnelson.com/wabisabi.htm
http://resurgence.gn.apc.org/issues/koren203.htm
Quellen:
(1) The Voyage of the Dawn Treader The Chronicles
of Narnia, by C.S. Lewis: "...the Japanese cultural source
of this law of continual, cyclical evolution and decay parallels
the British cultural mood of determination, stubbornness and
pride which mandates a belief in improvement during times of
hardship."
http://innerspace-unltd.net/leap/dawn/narniaw8.html
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