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EXPLODING HEART
127 x 127 cm (50" x 50"), Oil/Canvas, 1995 |
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Abstrakte Malerei, Abstrakte Kunst,
Absolute Kunst
Da ich mich selbst als abstrakt arbeitende Malerin bezeichne,
finde ich es wichtig, mich diesbezüglich in den kunstgeschichtlichen
Gesamtzusammenhang zu stellen. Abstrakte Malerei gab es bereits
in den archaischen Stilepochen, und sie wurde durch die Moderne
als Ausdrucksmittel für das gewandelte Welt- und Selbstverständnis
des Menschen im 20. Jahrhundert wiederentdeckt (s. hierzu auch "Essay
zur Kunst des 20. Jahrhunderts")
Etymologisch gesehen bedeutet "Abstakte Kunst/Abstrakte
Malerei" zuallererst einmal gegenstandslose, gegenstandsfreie
Kunst (vom Lateinischen: abstrahere - "loslösen")
Die Abstakte Malerei wurde praktisch und theoretisch
durch den russische Maler Wassily Kandinsky (1866-1944)
begründete, wobei sich schon bald zwei Hauptströmungen
bildeten: zum einen die vom Expressionismus kommende,
emotional geprägte und später gestische Freie
Malerei, bei der die völlige Ablösung vom
Gegenständlichen angestrebt wird und die Farbe, Form, Struktur
und Komposition in den Vordergrund treten lässt (Wassily
Kandinsky, Ernst Wilhelm Nay, Hans Hartung);
zeitgleich entstand aber auch eine vom Kubismus beeinflusste
eher intellektuelle, geometrisierende Abstrakte Kunst (Michail
F. Larionow, Frantisek Kupka, Kasimir Malewitsch, Piet
Mondrian), eine Tendenz, die sich später zur "Post-Painterly
Abstraction" weiterentwickelte: Geometrische Formen
ohne jede "persönliche Handschrift" des Malers.
Hauptvertreter hierfür sind Frank Stella ("What
you see is what you see"), Louis Noland, Ellsworth
Kelly, Al Held, Jules Olitsky.
Gemeinsam ist beiden Strömungen die Überwindung einer
wirklichkeitsbezogenen Darstellung und damit ihres Ursprungs
in der griechischen Kultur (deren Tradition die Darstellung des
Menschen ist, im Gegensatz zur östlichen Ornamentalistik).
Der Künstler möchte seine Innenwelt, das nicht-sichtbare
darstellen und gibt so seiner Arbeit eine spirituell interessierte
Dimension. Nur noch die Mittel Farbe, Form und Linie zählten,
Struktur und Komposition treten in den Vordergrund. Abstrakt
arbeitende Künstler bezeichnen ihre Arbeiten gerne als Absolute
Kunst, die entfremdet von ihren kulturellen Wurzeln,
eine allumgreifende Freiheit eröffnet.
Abstrakter Expressionismus, Informel, Gestik der Farbe
Etymologisch gesehen bedeutet "Expressionismus, Expressionistische
Malerei" zuallererst einmal Ausdruckskunst: der Künstler
möchte seine Gefühle und Gedanken ausdrücken,
und zwar ungestört von gegenständlicher Darstellung.
Abstrakter Expressionismus war ursprünglich
jener Begriff gewesen, mit dem in Deutschland einige
der in den 1920er Jahren von Wassily Kandinsky gemalten
Gemälden beschrieben wurden. Er setzte sich
aber erst in den 1940er und 1950er Jahren in den
USA als Ab-Ex mit der Künstlergruppe New
York School durch (William Baziotes, Arshile
Gorky, Hans Hofmann, Franz Kline, Willem
de Kooning, Robert Motherwell, Jackson
Pollock, Mark Rothko, Barnett Newman, Clyfford
Still), die, teilweise beeinflusst von den aus
politischen Gründen emigrierten europäischen
Künstlern, eine neue, freie Form der Malerei
propagierte.
In Europa entwickelte sich währenddessen der französischen Tachismus (ein
spontanes Auftragen von Farbklecksen ohne überlegte Kompositionsprinzipien)
und später das Informel (oder: Informelle
Kunst). Letztere ist eine Strömung, die eine vollkommen "formlose
Kunst" forderte und sowohl geometrische Formen als auch
abstrakte Wiedergabe von realen Gegenständen und überhaupt
jede Art von konzipierter Darstellung kategorisch ablehnte (Antonio
Tàpies, Jean Dubuffet, Wols (Wolfgang
Schulze)). Natürlich beeinflussten sich diese Strömungen
immer wieder gegenseitig und es herrschte ein reger Austausch
zwischen Amerika und Europa.
Informeller Abstrakter Expressionismus
Im Informellen Abstrakten Expressionismus wird
auf verstandesmäßige Konzepte zugunsten eines spontanen
Schaffensablauf und großformiger Gesten verzichtet. Das
Resultat ist eine unmittelbare, raschen Arbeitsweise, die manchmal
auch als Automatismus bezeichnet wird. Ziel
ist ein Werk, das idealerweise ohne jede Kontrolle durch den
Verstand entsteht und somit jenseits jeder ästhetischen
und moralischen Anschauung steht.
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