My language is vibrant color and line.

1996 - 1999: The Caribbean

My previous stay in New York was very intense, so I decided to return to the Dominican Republic; a country in which I already had earlier resided. Here I wanted to find rest and put order to my thoughts.

Regarding my artistic environment there, I was quite isolated and as an abstract painter I was absolutely exotic. My fellow artists were mostly costumbristas, i.e. they dealt with traditional Caribbean subjects of landscape and social portraits. However this was exactly the situation I had sought after: for now I could look with geographic and also inner distance at our own European culture and Modernism and elaborate my own point of view.

Apart from solving painting problems, I also started out on creating the project HealingWISE (1) - an International Database of Healing Herbs - which contains the herbal names in many different languages and also their traditional uses in healing. Also at that time the topic of woman and womanhood moved me a lot, and I wroteWoman & Fertility (2), a text about fertility politics and the rights on self-determination.

Altogether I spent six years in Dominican Republic, a period that deeply influenced me and taught me a better understanding of Latin America in its heterogeneity and multi-ethnicity. Instead of seeing myself as the bringer of European salvation and trying to teach Dominicans our values, I much rather listened in order to learn from them. And at least one aspect of their influence on my work can never be denied: the Caribbean light illuminated my colors.

1996 - 1999: Karibik

Die Zeit in New York war sehr intensiv gewesen, und da ich die Dominikanische Republik aus früheren Reisen kannte, kehrte ich nun hierher zurück: Ich brauchte einen Ort der Ruhe um meine Gedanken zu ordnen.

In Bezug auf mein künstlerisches Umfeld war ich relativ isoliert und als abstrakte Malerin ein absoluter Exot, denn meine Malerkollegen gehörten hauptsächlich zu den costumbristas, d. h. sie arbeiteten mit den traditionellen karibischen Motiven und machten Sozialportraits. Genau diese Situation aber war es, die ich gesucht hatte, denn jetzt konnte ich mit geographischem und auch innerem Abstand auf unsere eigene, europäische Kultur und die Moderne blicken und mir meinen eigenen künstlerischen Standpunkt erarbeiten.

Abgesehen von malerischen Problemen bewegten mich die Themen Frau und Frausein im weitesten Sinne, und ich schrieb Texte wie Frau & Fruchtbarkeit (1), in denen ich mich kritisch mit der Abtreibungspolitik und dem Recht auf Selbstbestimmung auseinandersetze. Auch das Projekt HealingWISE (2) - eine Internationale Heilkräuterdatenbank, die Kräuternamen in verschiedenen Sprachen sowie die traditionellen Anwendungsgebiete einzelner Pflanzen umfasst - begann jetzt.

Meine insgesamt sechs Jahre in der Dominikanischen Republik haben mich geprägt, und mich gelehrt Lateinamerika in seiner Heterogenität und Polyethnizität besser zu verstehen. Denn anstatt wie üblich als europäische Heilsbringerin den Dominikanern unsere Werte nahe bringen zu wollen, habe ich viel lieber zugehört, um von ihnen zu lernen. Und zumindest ein Einfluss auf meine Arbeit kann niemals geleugnet werden: Das karibische Licht hat meine Farben zum Leuchten gebracht.

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