Mit Don Martin, einem traditionellen Heiler,
auf dem Markt von San Pedro de Macoris,
Dominikanische Republik, 1999
HealingWISE Internationale Heilkräuterdatenbank
Access Datenbank, 1,17 MB
425 Datensätze, in Auszügen publiziert unter
http://www.soika.com/links/text/heilk.htm
Bringing back the pieces...
HealingWISE ist Antwort und auch Ausdruck der Trauer über unsere - offensichtlich aus Profitgier - gewaltsam zerstörte mitteleuropäische Tradition der Kräuterheilkunde und zugleich der rebellische Versuch, im anarchisch-gesetzesfreien Raum des Internets ein interkulturelles Welt-System des Heilens zur Verfügung zu stellen.
Ich habe das Heilpflanzenprojekt HealingWISE 1996 begonnen und es umfasst mittlerweile 425 Einträge. Einzelne Pflanzen und Substanzen sind hierbei kategorisiert nach:
Deutscher Name - Gattung - Art - Familie - Englischer Name - Spanischer Name - Sanskrit Name - Chinesischer Name - Mexikanischer Name - Allgemeine Verwendung (Common Use) - Homöopathie - Bachblüten Name - Bachblüten Wirkung (Use) - Alchemistische Eigenschaften (Alchemical Porperties) - Gott/Göttin (God/Goddess) - Energiezentrum (Chakra) - Eigenheiten Pflanze - Inhaltsstoffe/Ingredients - Rasa (Geschmack/Taste) - Energie/Energy - Nachverdaulicher Effekt/PD Effect - Wirkung auf Dosha/Effect on Dosha - Medizinische Wirkung/Medical Effect - Klassifikation nach S. Weed /Weed Classification - Gewebe/Tissues - Körpersysteme/System - Anwendungsgebiete/Indication - Vorsicht bei/Precaution - Verwendete Pflanzenteile/Parts used - Zubereitung/Preparation - Vermeiden bei Schwangerschaft - Frauenleiden/Women's Dis-eases - Entzündungen/Infektionen/Inflamations/Infections - Seele/Soul - Haut,Haare, Nägel/Skin, Hair, Nails - Kopf, Augen, Ohren, Mund/Head, Eyes, Ears, Mouth - Atmungsorgane/Respiratory Organs - Kreislaufsystem/Circculatory System - Verdauung/Digestion - Bewegungsapparat/Moving Body - Kinder/Children - Anmerkungen/Observations - PflanzenNr.
wobei die Eintragungen - je nach Quelle - jeweils Deutsch oder Englisch erfolgen.
HealingWISE ist aus Haftungsgründen nur in Auszügen in Internet unter http://www.soika.com/links/archiv/heilk.htm publiziert, wo mit einer einfachen Suchfunktion Kräuternamen in verschiedene Sprachen übersetzt werden können (Version 2000).
Ich hatte verschiedene Beweggründe für dieses Projekt. Zum einen war da die Frage "Warum will ein Mensch sterben?" die mich bewegte, und hierbei meine ich kein selbstmörderisches, sekundenschnelles Sterben, sondern ein langsames, qualvolles Dahinsiechen, weil offenbar ein "Wille zum Leben" abhandengekommen ist. Zum anderen - oder vielleicht damit verbunden - ist da mein beständiges Interesse an alternativen Heilweisen (im Gegensatz zur konventionellen, allopathischen Medizin), und deren andere Sichtweise des Menschen als Antwort auf die Grenzen, an die unsere heutige Medizinkultur augenblicklich stößt (schwerwiegende Nebenwirklungen; eine immer kränkere Durchschnittsbevölkerung; Kollaps der Krankenversicherungssysteme; medizinische Versorgung und Medikamente als Wirtschaftsgüter zur Erzielung von Profit). Als dritten Beweggrund möchte ich hier die Geschichte des Mittelalters, genauer gesagt die der Hexenverbrennung in der Inquisition nennen: Bis zur Inquisition lag das Wissen ums "Heilen" in den Händen der weisen Frauen, Frauen aus dem Volk, Nachbarinnen, Mütter, Tanten. Das "Heilen" und die "Heiler" waren dem kranken Menschen ganz nah, oft wuchs die "Medizin" an der Türschwelle oder im Garten. Mit der Eröffnung der ersten abendländischen Medizinschulen sahen die frischgebackenen Ärzte in diesen traditionellen HeilerInnen eine ernsthafte (kommerzielle) Konkurrenz, und über die Jahre gelang ihnen ein radikaler, politischer Sieg: indem sie die traditionellen HeilerInnen als Hexen verbrennen ließen, konnten sie die "Macht zu Heilen" profitabel monopolisieren.
Die Pflanzenheilkunde hat in Mitteleuropa also stark gelitten, und während andere Kulturkreise (etwa China oder Indien) eine jahrtausendalte ununterbrochene Tradition haben, ist dieses Wissen bei uns nach der Inquisition - und später auch der Auflösung der Klöster und Klosterbibliotheken - nur noch fragmentarisch vorhanden. Heute stehen wir vor einem riesigen, unübersichtlichen Scherbenhaufen.
Das war mein Gefühl, als ich die Heilpflanzendatenbank HealingWISE begann. Zu dieser Zeit studierte ich Bücher über verschiedene pflanzliche Heilverfahren, die leider auch noch in verschiedenen Sprachen geschrieben waren: deutsche Bücher über Homöopathie; englische Bücher über Ayurveda; spanische Bücher über indianisches Heilwissen, etc. Jede Tradition favorisierte spezielle Pflanzen, aber aufgrund der zahllosen Namen, die für jede Pflanze existieren - nicht nur Dialekte oder Volksnamen, sondern auch unterschiedliche Wörter in den verschiedenen Sprachen, war es mir fast unmöglich, Querverbindungen herzustellen. Erst, indem ich konsequent zu allen Kräuternamen die botanische (lateinische) Bezeichnung vermerkte, entstand Ordnung.
HealingWISE erlaubt mittlerweile Querverbindungen zwischen den Traditionen zu machen: so haben manche Kräuter nur lokale Bedeutung, während andere in viele verschiedene Medizinsysteme Einzug gefunden haben, eventuell sogar als feinstoffliche Auszüge in der Homöopathie oder bei den Bachblüten.
Dieses Projekt wird fortgeführt.
